CABARET VOLTAIRE
oder der Widerspruch
1917 brauten sich in der Schweiz zwei gewaltige Revolutionen zusammen, die wie mit einer Feder geladen waren und jederzeit auszubrechen drohten. Während Tristan Tzara, Anführer der Dada-Bewegung, sein grundlegendes avantgardistisches Manifest verfasste, entwickelte der politische Agitator Wladimir Lenin im Geheimen einen Plan zum Sturz des Zarenregimes in Russland.
Beide im Exil in Zürich, versteckt vor dem grausamen Gemetzel des Ersten Weltkriegs, versuchen diese beiden Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts, ihre unkontrollierbaren Ambitionen zu zügeln und geraten dabei in einem der berüchtigtsten Cafés der Stadt in einen Streit:
das CABARET VOLTAIRE.
Ausgehend von dieser historischen Tatsache versucht der Dramatiker und Regisseur Romeo Gasparini erneut, ein ungelöstes historisches Problem zu nutzen, um unsere heutige Welt zu kommentieren. Angesichts der zunehmenden Hinwendung der aktuellen Kunstszene zu den skandalösen und absurden Idealen des Dadaismus und des politischen Pulverfasses, in dem der Status quo täglich zu explodieren droht, erscheint das Gespräch zwischen einem Revolutionär der Feder (Tzara) und einem des Schwertes (Lenin) unwiderstehlich – eine Gelegenheit, heimlich am Nachbartisch in dieser schäbigen Zürcher Spelunke zu lauschen.
Während draußen vor den verrauchten Fenstern der Wolkenbruch tobt, wetteifern zwei gigantische Revolutionen – bei einer Tasse Kaffee – um die Seele eines Kontinents auf der Suche nach einer neuen Sonne.
Heute ist die REVOLUTION alles.
Heute ist von der Revolution nichts mehr zu sehen.
Hütet euch vor der REVOLUTION.

Dramaturgie
Richtung
Wladimir Lenin
Tristan Tzara
Sounddesign
ROMEO GASPARINI
MAX ZAMPETTI
IGOR HORVAT
JOHN PALAZZO
CARLO BOSCHIROLI
Erstellt im Kontext von




